Eigentlich ist Ida der Star der Show

Ich will mir gar nichts vormachen: Wenn dieses kleine Internet-Projekt jemals ein Publikum findet, dann nicht wegen meiner Erbsen. Sondern wegen der rostroten Dame mit den Schlappohren, die durch jedes meiner Videos läuft, als hätte sie den Drehplan geschrieben.
Ida ist eine Vizsla-Hündin, ein Magyar Vizsla, um genau zu sein, und wer schon mal einen kennengelernt hat, weiß: Das sind keine Hunde, das sind Samtpfoten-Schatten mit Verlustangst und olympischem Bewegungsdrang. Ida ist immer da. Immer. Wenn ich im Beet knie, steht sie neben mir. Wenn ich die Kamera aufstelle, sitzt sie im Bild, bevor ich es tue.
Die Sache mit der Raupe
Neulich auf dem Spaziergang habe ich ihr eine kleine grüne Raupe auf der Handfläche gezeigt. Ida hat sie angeschaut, ich habe sie angeschaut, die Raupe hat vermutlich uns beide angeschaut, und für einen Moment waren wir drei die langsamsten Lebewesen von ganz Ostholstein. Dann hat Ida entschieden, dass Raupen langweilig sind, und ist in die Blumenwiese gestartet wie ein Rennpferd mit Rückenwind.
Genau dafür gehen wir raus. Für die zwei Minuten Wiese, in denen sie fliegt.
Vizsla heißt auf Ungarisch angeblich „zeigen”. Bei uns heißt es eher „mitten im Bild stehen”.
Begrüßungen, Kategorie Weltklasse
Das Beste an einem Tag mit Ida ist die Rückkehr. Es ist völlig egal, ob ich drei Wochen weg war oder drei Minuten beim Mülleimer. Die Begrüßung ist identisch: Ganzkörperwedeln, Diskokugel-Modus, und dann dieses Anlehnen mit dem vollen Gewicht, als wollte sie sagen: Bleib doch einfach hier.
Mein Mann sagt, ich rede mit dem Hund wie mit einem Kleinkind. Das stimmt. Meine kleine Discokugel, sage ich, hast du mich vermisst, ich habe dich auch vermisst. Und ich werde mich dafür nicht entschuldigen. Wer einen Vizsla zu Hause hat und in normaler Erwachsenensprache mit ihm spricht, dem ist sowieso nicht zu helfen.