Eine Woche nicht gevloggt, und niemand hat es gemerkt

Der Vorteil, wenn man mit seinen Vlogs eine Million Jahre hinterherhängt: Es fällt niemandem auf, wenn man mal eine Woche frei macht. Ich habe letzte Woche frei gemacht. Erst unfreiwillig, weil die Erkältung mich immer noch im Griff hatte, und dann, zugegeben, auch ein bisschen freiwillig. Und die Welt? Hat sich weitergedreht, völlig ungerührt.
Dazu kommt: Meine Kamera ist weg. Nicht kaputt, weg. Verschollen. Ich habe das ganze Haus durchsucht, jede Tasche, jede Schublade, und ich habe eigentlich ein fotografisches Gedächtnis, ich würde es wissen, wenn sie hier wäre. Meine Arbeitstheorie ist, dass sie auf der Arbeit liegt. Ich habe bereits mehrere Kollegen auf die Jagd geschickt. Die Fahndung läuft.
Vom Glück, klein zu sein
Jetzt könnte man daraus ein Drama machen. Kamera weg, Rückstand beim Schneiden, Rhythmus verloren, alles auf Anfang. Aber ehrlich? Ich finde es gerade ziemlich befreiend. Dieser Kanal, dieses Journal, das alles ist so neu, dass es noch keine Erwartungen gibt, die ich enttäuschen könnte. Zwei Abonnenten. Zwei! Und eine davon bin vermutlich ich selbst aus Versehen.
Am Anfang ist jedes Projekt nur ein Versprechen an sich selbst. Und die hält man am besten leise.
Also filme ich eben mit dem Handy weiter, bis die Kamera wieder auftaucht. Die Videos werden dadurch nicht schlechter, höchstens wackliger, und wer bis hierher gelesen hat, verzeiht mir das sowieso.
Ida übrigens, siehe oben, hat zu alldem eine klare Haltung: Sie hat sich in ihr Körbchen gerollt und den Betrieb eingestellt. Manchmal ist der Hund einfach das bessere Vorbild. Nächste Woche geht es normal weiter, versprochen. Oder übernächste. Wir sind hier ja zum Glück nicht im Fernsehen.