Ein ganz gewöhnlicher Tag

Guten Morgen. Ich fange mal mit dem Satz an, der über allem hier steht: Du kannst einen ganz gewöhnlichen Tag in einem ganz gewöhnlichen Zuhause verbringen, ganz gewöhnliche Dinge tun, und es kann vollkommen und absolut perfekt sein.
Ich weiß noch, wie ich diesen Gedanken zum ersten Mal gelesen habe und dachte: Ja. Genau. Das ist es. Kein „das Beste aus dem Tag machen”, kein Optimieren, kein Vorher-Nachher. Einfach ein Dienstag, an dem der Kaffee gut ist, der Hund im Weg liegt und draußen der Himmel so norddeutsch grau hängt, dass man ihn fast anfassen kann.
Genau solche Tage sammle ich. Auf YouTube als Vlogs, und ab jetzt auch hier, in Ruhe aufgeschrieben.
Was das hier werden soll
Ein Journal. Kein Ratgeber. Ich habe keine zehn Tipps für irgendwas, ich habe höchstens zehn Beweise dafür, dass man es auch ohne Plan durch die Woche schafft. Ihr werdet hier lesen von meinem Garten, der klüger ist als ich. Von Ida, unserer Vizsla-Hündin, die eigentlich der Star der ganzen Sache ist. Von Nachtschichten und davon, wie man den Tag davor weich macht. Von Lübeck und Ostholstein, wo hinter unserem Haus die Feldwege anfangen und nicht mehr aufhören.
Es muss nichts passieren. Das ist das Beste daran.
Warum aufschreiben, wenn es doch Videos gibt
Weil Schreiben langsamer ist. Im Vlog rede ich, wie mir der Schnabel gewachsen ist, und hinterher wundere ich mich, was ich alles erzählt habe. Beim Schreiben sitze ich abends mit Tee am Tisch und darf noch mal durch den Tag gehen, in Zimmerlautstärke. Manches gehört auch einfach nicht ins Video. Der Moment zum Beispiel, in dem Ida ihren Kopf auf meinen Fuß legt, wenn ich zu lange am Handy bin. Dafür gibt es keine Kamera, die schnell genug wäre. Aber einen Satz gibt es dafür.
Also: Willkommen. Holt euch was Warmes zu trinken. Hier passiert ab jetzt jede Woche wenig, und das sehr ausführlich.